Intralogistik

Published on 27. April 2018 | by Anita Würmser

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Liebherr beweist Mut und wird mit einem IFOY Award belohnt

Seit vergangener Woche kann sich Liebherr für seinen mobilen Baukran MK 140 mit einem IFOY Award schmücken. Der Kranspezialist war der einzige Finalist in der Kategorie „Cranes“. Ein einfacher Sieg wurde es dennoch nicht. Warum der einzige Finalist in der Kran-Kategorie sogar die geringsten Chancen auf einen IFOY Award hatte.

Die Stars beim IFOY sind normalerweise die Stapler, Lagertechnikgeräte oder Warehouse Solutions. In diesem Jahr gab die Kran-Kategorie den Krimi und lieferte obendrein reichlich Diskussionstoff im Markt.

Zunächst stellte sich die Frage, ob ein mobiler Baukran als Intralogistik zu werten, und damit überhaupt bewerbungsfähig ist. „German nitpicking“ kommentierte ein norwegischer Juror und bemerkte dazu nur trocken: „Transport of material on a non-public area. Next question.“



Richtig spannend wurde es dann im Finish. IFOY Kenner wissen, dass es nie nur einen einzigen Finalisten in einer Kategorie gibt. Auch in der Kategorie Krane und Hebezeuge waren ursprünglich zwei Geräte nominiert. Als die Jury jedoch der außergewöhnlichen Bitte eines Nominierten nachgekommen ist, sich aus einem wichtigen internen Grund aus dem Wettbewerb zurückziehen zu dürfen, änderte sich die Situation fundamental – und die Jury traf eine weitere Entscheidung: Liebherr sollte als einziger Finalist nicht automatisch gewinnen.

Der Wahlmahlmodus wurde geändert. Es ging nicht mehr darum, wer gewinnen sollte, sondern ob der Liebherr-Kran im Marktvergleich ausreichend innovativ ist, um einen IFOY Award zu gewinnen. Zwar werden die Finalisten des IFOY Award immer gegen ihre direkten Wettbewerber getestet – egal ob diese sich beworben haben oder nicht -, doch diesmal warfen die Test-Teams einen besonders genauen Blick auf den MK 140. Für Liebherr wurde es nicht nur deutlich schwieriger, einen IFOY Award zu gewinnen, sondern es hätte auch ziemlich peinlich werden können, nämlich für den Fall, dass man nicht gewinnt. Schließlich wird keiner der Finalisten vor der Preisverleihung über den Ausgang der Wahl informiert. Nicht viele wären das Risiko eingegangen, vor der Weltfachpresse als „nicht genügend innovativ“ dazustehen. Doch Liebherr akzeptierte, und zwar nicht nur ohne mit der Wimper zu zucken, sondern bestand sogar auf der weiteren Teilnahme, was Laudator Sascha Schmel, VDMA-Fachverbandsgeschäftsführer für Intralogistik und Fördertechnik, bei der Preisverleihung nicht unkommentiert ließ: „Im Namen der Jury möchte ich dem Team von Liebherr meine Anerkennung dafür aussprechen, dass Sie sich diesen verschärften Bedingungen gestellt haben und heute Abend hier erschienen sind, ohne zu wissen, wie das Urteil ausfallen würde.“ Manche würden das Sportsgeist nennen, Dr. Lars Brzoska, Vorstandsmitglied von Jungheinrich hat das einmal so beschrieben: „There are actually two exiting things about the IFOY Award: first is competition and second is winning the competition.“

Die Jury hat sich bei ihrem Urteil  im Übrigen auf die Empfehlung des Innovation Checks und die Kundenmeinung gestützt. Beides war eindeutig: Dieser Kran ist Weltklasse. Gleiches gilt auch für den Mut von Liebherr!

Weitere Informationen auf www.ifoy.org

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About the Author

Anita Würmser

Journalistin und geschäftsführende Juryvorsitzende der Logistics Hall of Fame und des IFOY AWARD. Inhaberin von wuermser.communications.



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