Coronaserie

Published on 9. Dezember 2020 | by Stefanie Nonnenmann

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„Die Krise nicht nur als Bedrohung verstehen“

Harald Schröpf, CEO der TGW Logistics Group, erläutert im Interview mit „Best of Logistics“, wie der österreichische Intralogistikspezialist auf die Covid-19-Pandemie reagiert hat – und welche Chancen die Krise aus seiner Sicht bot.

Herr Schröpf, was war Ihre größte Herausforderung in der Coronakrise?

Harald Schröpf: Auf dem Großteil unserer internationalen Baustellen konnte auch während des Shutdowns gearbeitet werden. Unsere Produktion hat ebenfalls durchgehend mit hoher Auslastung produziert, auch dank einer funktionierenden Supply Chain. Unsere Serviceteams waren bei Kunden auf der ganzen Welt im Einsatz: Das war speziell in den Bereichen Lebensmittel-Produktion sowie Lebensmittel-Handel wichtig, um eine reibungslose Versorgung sicherstellen zu können. Wie alle exportorientierten Unternehmen war und ist TGW von Reisebeschränkungen und Grenzschließungen betroffen, welche die Planung und das Projektmanagement erschweren. Dank des großartigen Einsatzes unserer weltweit mehr als 3.700 Mitarbeiter ist TGW aber sehr gut mit der Situation fertig geworden.

Wie haben Sie akut reagiert und was sind Ihre lessons learned?

Wir haben im Februar eine „Corona Task Force“ installiert und diese unmittelbar nach dem Shutdown entsprechend verstärkt. Diese Teams aus internationalen TGW-Spezialisten haben die Situation tagesaktuell bewertet – und entsprechende Maßnahmen für unsere Produktion, die Realisierung oder Lifetime Services abgeleitet. Darüber hinaus haben wir Prozesse verändert und angepasst. Wichtig ist meines Erachtens, die Krise nicht nur als Bedrohung zu verstehen – bei allen unbestreitbar negativen Effekten auf die Gesellschaft und unser Wirtschaftssystem. Die Pandemie bietet auch die Chance, neue Möglichkeiten zu erkennen und entsprechend zu agieren. Diesbezüglich haben wir in übergreifenden „Opportunity-Workshops“ Maßnahmen erarbeitet, bewertet und priorisiert.

Was wird sich konkret nach der Coronakrise in Ihrem Unternehmen ändern?

Corona hat bei unseren Prozessen und Abläufen zu Anpassungen geführt: Wir haben beispielsweise sehr positive Erfahrungen mit dem Arbeiten im Home-Office gemacht und werden dieses Konzept – das wir auch bereits vor der Corona-Pandemie genutzt haben – beibehalten beziehungsweise ausbauen. Die Möglichkeiten der digitalen Kommunikation ,wie etwa Videokonferenzen, nutzen wir ebenfalls verstärkt und können somit auf die eine oder andere Dienstreise verzichten.

Vielen Dank für das Gespräch!


About the Author

Stefanie Nonnenmann

PR-Journalistin und Projektmanagerin, impact media projects. www.bestoflogistics.de Brands: IFOY AWARD, Logistics Hall of Fame



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