Coronaserie

Published on 9. Dezember 2020 | by Stefanie Nonnenmann

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Eine Pandemieklausel für mehr Sicherheit

In Zeiten der Corona-Krise hat der Versicherungsmakler Schunck versucht, seinen Kunden die Welt ein bisschen einfacher zu machen, indem er für den Bereich der Transport- und Verkehrshaftungsversicherungen eine „Pandemieklausel“ etabliert hat. Ein Beitrag von Peter Kollatz, Geschäftsführer und Leiter Fachbereiche, Schaden und Recht.

„Unsere Pandemieklausel bietet Speditionen und Logistikunternehmen mehr Rechtssicherheit bei bestimmten, versicherungsvertraglichen Obliegenheiten. Sie bestätigt, dass die kontaktlose An- und Ablieferung von Waren, Gütern oder Paketen keine Obliegenheitsverletzung darstellt. Auch dann, wenn zum Beispiel keine unterschriebene Empfangsquittung vorliegt. Die Klausel wurde im April 2020 mit (fast allen) namhaften und führenden Versicherern, mit denen wir in den Sparten Transport- und Verkehrshaftungsversicherung zusammenarbeiten, abgestimmt und gilt rückwirkend zum 1. März 2020.

Schunck war damit der erste Vertreter der Versicherungswirtschaft, der für die Logistikbranche eine solche Klausel auf den Markt gebracht hat. Für Schunck als langjährigen Partner der Logistikindustrie drückt die Klausel etwas Selbstverständliches aus: Sie soll dabei helfen, dass sich für unsere Kunden, die in systemrelevanten Bereichen arbeiten, von vorneherein keine Nachteile im Versicherungsschutz ergeben. Es wird klargestellt, dass sich der Versicherer nicht auf Leistungsfreiheit wegen Obliegenheitsverletzung berufen kann.

Damit bietet die Klausel ein Stück Rechtssicherheit für eine aktuell bereits häufig angewendete Praxis. Wir wissen aus Gesprächen mit Verbänden und Branchenvertretern, dass es Handlungsbedarf gab, damit sich die Unternehmen, deren Zulieferer und Fahrer ein Stück weit „sicherer“ fühlen. Denn zum Teil können und müssen sie in Eigenregie situativ entscheiden, wie sie vorgehen, ohne das in der Praxis mit Ihrem Versicherungsschutz abgleichen zu können.

Neben der Rechtssicherheit trägt die Pandemieklausel auch maßgeblich zum Gesundheitsschutz der Fahrer, Zulieferer, Zusteller, Lagermitarbeiter und auch der Empfänger bei. Vermeidbare Kontakte können weitgehend ohne negative Folgen für den Versicherungsschutz unterlassen und die Ansteckungsgefahr verringert werden.

Inhalte der Klausel

Die Klausel besagt im Kern, dass der Versicherungsnehmer seine bestehende Verpflichtung zur Schnittstellenkontrolle anstelle der üblichen schriftlichen Bestätigung durch den Empfänger mit anderen Maßnahmen erfüllen kann. Dazu gehören zum Beispiel aussagekräftige Fotos, der Austausch sowie die Speicherung digitaler Daten mit dem Empfänger, die Nennung von Zeugen oder handschriftliche Vermerke mit Datum, Uhrzeit und Ablieferort.

Diebstahlgefährdete oder hochwertige Güter und Waren sind davon ausgenommen. Es sei denn, die Ware kann an einem Ort abgestellt oder abgeliefert werden, zu dem ausschließlich der Auftraggeber beziehungsweise Empfänger oder ein Bevollmächtigter Zugang hat. Auch eine schriftlich bestätigte Absprache, dass die Übergabe kontaktlos erfolgt und durch Fotos oder Zeugen dokumentiert wird, wird als Ersatz für die Schnittstellenkontrolle anerkannt.“

Peter Kollatz, Geschäftsführer und Leiter Fachbereiche, Schaden und Recht, Schunck Group

Kurzinterview

Herr Kollatz, was war Ihre größte Herausforderung in der Coronakrise?

Die größte Herausforderung war, trotz „remoten“ Arbeiten unseren Teamspirit, die Motivation, die Zuversicht und das Vertrauen der Menschen, die in unserem Unternehmen arbeiten, aufrecht zu erhalten – ohne persönliche Präsenz. Wie ist Emotion digital vermittelbar? Wie ist zu verhindern, dass sich die Identifikation der Menschen mit dem Unternehmen verringert? Das waren Fragen, die das Unternehmen beschäftigt haben und die erfolgreich gelöst und beantwortet worden.

Was wird sich konkret nach der Coronakrise in Ihrem Unternehmen ändern?

Mehr mobiles Arbeiten, weniger Dienstreisen, mehr Videokonferenzen und virtuelle Kontakte, insgesamt wird das Unternehmen nachhaltiger und umweltfreundlicher.

Was hat sich als Erfolgsfaktor in der Coronakrise herausgestellt?

Die Schunck Group ist traditionell digital und innovativ. Die schnelle Umstellung auf mobiles Arbeiten und die verstärkte Nutzung digitaler Kanäle sowohl in der internen Kommunikation als auch gegenüber Kunden und Partnern hat problemlos geklappt. Wir haben durch den engen Draht zu unseren Kunden zudem schnell auf deren Bedürfnisse eingehen können und diese über digitale Formate, beispielsweise durch Online-Seminare, informieren können.


About the Author

Stefanie Nonnenmann

PR-Journalistin und Projektmanagerin, impact media projects. www.bestoflogistics.de Brands: IFOY AWARD, Logistics Hall of Fame



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