Coronaserie

Published on 2. Dezember 2020 | by Stefanie Nonnenmann

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Unbürokratisch ins Homeoffice

Die Johann Dettendorfer Spedition hat mit Beginn der Corona-Krise für mehr als die Hälfte der Mitarbeiter eine Lösung zum Arbeiten von Zuhause aus geschaffen. Möglich wurde dies durch die schnelle Beschaffung von zwei großen Chargen aufbereiteter Refurbished-Notebooks.

Homeoffice ist im Zuge der Corona-Krise ein Modebegriff geworden. Dennoch waren Unternehmen angehalten, Lösungen für Heimarbeitsplätze für ihre Mitarbeiter zu finden, um menschliche Kontakte und damit das Ansteckungsrisiko auf ein Minimum zu reduzieren und unnötige Fahrten zu vermeiden. In der Speditions- und Logistikbranche verlief die Umsetzung von Homeoffice-Möglichkeiten vielerorts schleppend. Der häufigste Grund: Starre Strukturen, die in vielen Unternehmen für Stillstand sorgten.

Nicht so bei der Johann Dettendorfer Spedition Ferntrans GmbH. Das Unternehmen erbrachte unter der Federführung von Geschäftsführer Georg Dettendorfer in kürzester Zeit den Beweis, dass auch tägliches Speditionsgeschäft und eine Arbeit vom heimischen Arbeitsplatz aus kein Widerspruch sein müssen. Spontan gelang es dem Team, kurzfristig zwei Chargen von je rund 50 komplett wieder aufbereiteten Refurbished-Notebooks zu beschaffen, die die IT-Abteilung direkt mit einem eigenen Lkw abholen ließ. Innerhalb nur eines Wochenendes wurden die Rechner einsatzfähig gemacht. Da Dettendorfer bereits länger mit einem speziellen Client-System arbeitet und große Teile der Geschäftsprozesse bereits digitalisiert hat, gelang die Umstellung kontaktlos. Auch die Zusatzbelastung für die Mitarbeiter der IT-Abteilung blieb überschaubar.

Was tun, wenn die Lage ernst wird?

Die erste Auseinandersetzung mit Corona hatte für die Dettendorfer-Führungsriege bereits Ende Februar begonnen. Damals saß das Team zusammen und es stellten sich folgende Fragen: „Wie gehen wir mit der Situation um, wenn die Lage wirklich ernst wird?“ Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand im Unternehmen, dass diese Situation schnell eintreten würde. Georg Dettendorfer selbst infizierte sich Anfang März mit dem Virus und erkrankte mehrere Wochen.

Unterdessen leitete das Dettendorfer-Führungsteam die coronabedingte Umstrukturierung des Unternehmens ein. Während die Hälfte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fortan ihren Tätigkeiten durch die schnelle Anpassung der IT-Strukturen von zuhause aus nachgehen konnte, stellte es keine große Schwierigkeit dar, für die verbliebenen Mitarbeiter eine Arbeit vor Ort unter Einhaltung der nötigen Abstandsregeln zu ermöglichen. Auch für die Fahrer wurden Vorkehrungen getroffen und Toiletten sowie Duschmöglichkeiten zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig galt es, die Fahrer, die im März und April noch bei Fahrten Richtung Italien im Einsatz waren, zu separieren. Dies wurde durch die Aufteilung auf einen zweiten Standort gelöst.

Spurlos ging die Corona-Krise auch an der Spedition Dettendorfer nicht vorüber – weniger Kunden und ein reduziertes Ladungsaufkommen sorgten für Umsatzeinbußen in Höhe von 15 bis 20 Prozent Dennoch konnte sich Dettendorfer deutlich besser als manch anderes Unternehmen behaupten – „es hat sich bezahlt gemacht, dass wir sehr breit aufgestellt sind“, sagt der Geschäftsführer. Kurzarbeit musste lediglich für einige Fahrer angemeldet werden, die vor der Krise Kunden die stark gebeutelten Automotivebranche bedient hatten.

Profitieren konnte das Unternehmen dabei von seinem strikten Digitalisierungskurs, der bereits in den Vorjahren eingeschlagen worden war. Ohne diesen wären die Herausforderungen deutlich höher gewesen.


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PR-Journalistin und Projektmanagerin, impact media projects. www.bestoflogistics.de Brands: IFOY AWARD, Logistics Hall of Fame



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